Sonntag 4. Mai 2025, 19.00 Uhr
Internationaler H.I.F. Biber Wettbewerb
„GALA KONZERT“
Die Stars von Morgen sind exklusive bereits heute in St. Florian.
In einer von Gunar Letzbor moderierten Gala erklingen Meisterwerke der Barockzeit in meisterlicher Interpretation.
Nach dem Konzert werden auch die Sonderpreise verlautbart und die Preisträger der drei Hauptpreise geehrt.
Wir sind stolz darauf, dass mehrere Gewinner der Vergangenheit heute bereits vielgesuchte Stars der Alten Musik-Szene geworden sind.Die Juri
Xavier Vandamme (Direktor, Programmation des Festivals Oude Muziek Utrecht)
Andreas Meier (Leiter Programmplanung und Dramaturgie am Brucknerhaus Linz)
Andrea Braun (Sonus-Agentur für Alte Musik/Deutschland)
Richard Lorber (Redakteur für Alte Musik WDR/Köln)
Sebastian Kirsch (Direktor der Sammlung alter Musikinstrumente im Kunsthistorischem Museum Wien)
Herbert Seifert (Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien)
Peter Reichelt (Dramaturg am Wiener Konzerthaus & Programmverantwortlicher der Resonanzen)
Gunar Letzbor (Leiter von Ars Antiqua Austria)wird für Sie die Preisträger aus mehreren teilnehmenden Musikern, durchwegs mit ausnehmend hohem musikalischem Niveau, auswählen.
K O N Z E R T P R O G R A M M
Tobias Tietze
Laute
PREISTRÄGER FRANZ JOSEPH AUMANN PREIS
FÜR NEUENTDECKUNGEN UND INNOVATIVE INTERPRETATION VON BAROCKMUSIK
Andreas Bohr von Bohrenfels (1663 - 1728)
Partita in a-Moll
Prélude - Allemande - Courante - Sarabande
Anonym
Air und Double in F-Dur
Andreas Bohr von Bohrenfels
Menuett in a-Moll
Duo GlossArte
Juan González Martínez –
historische Posaunen, Erzählkunst und Kunstpfeifen
Lea Suter – Orgel, Cembalo, Erzählkunst
PREISTRÄGER H.I.F. BIBER PREIS
FÜR DIE HÖCHSTE PUNKTEWERTUNG
Francesco Rognoni (?–1626)
Susanna d’Orlando
aus Selva de varii passaggi, Libro secondo per il Violone overo Trombone alla Bastarda (Venedig, 1620)
Alessandro Poglietti (?–1683)
Imitatio del med mo Ucello
aus der Suite in D-Dur 'Rossignolo' (1677)
Leopold Mozart (1719–1787)
Allegro
aus der Serenata D-Dur für Soloposaune und Orchester (Salzburg, 1762)
! In der Pause gibt es Kuchen, gebacken von backaldrin !
Ensemble Misenos
Annemarie Pfahler, Sopran
Sophia Kälber, Barocktrompete
Tommaso Toni, Barockvioline
Joaquín Bórquez, Barockvioline und -viola
Benedikt Wagner, Barockvioloncello
Leo Klimpke, Cembalo
PREISTRÄGER ROMANUS WEICHLEIN PREIS
FÜR DIE FÖRDERUNG ÖSTERREICHISCHER BAROCKMUSIK
KALEIDOSKOP
Barockmusik im Habsburger Reich
Jan Dismas Zelenka (1679-1745)
Laudate pueri ZWV 81
I. Laudate pueri
Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704)
Sonatae tam aris quam aulis servientes Sonata X á 5
Antonio Caldara (1670-1736)
Maddalena ai piedi di Cristo
Nr. 26 Aria Maddalena Voglio piangere
Johann Joseph Fux (1660-1741)
Plaudite, sonat tuba K165
V. Alleluia
* Nach dem Konzert gibt es die Preisverleihung und Bekanntgabe der Sonderpreise, sowie Überreichung der Teilnehmerurkunden. *
(c) Mira LetzborTobias Tietze, Laute
Preisträger Franz Joseph Aumann Preis für Neuentdeckungen und innovative Interpretation von Barockmusik
Auf Schloss Sünching bei Regensburg wird ein handschriftlich gefülltes Büchlein mit Lautenmusik verwahrt, die bislang zum Großteil als anonym galt.
Im Herbst 2024 begann ich, diese Quelle genauer zu untersuchen und konnte feststellen, dass sie etwa um das Jahr 1710 in Wien entstand und dass der Hauptschreiber des Buches kein geringerer als Andreas Bohr von Bohrenfels, der damalige kaiserlich-habsburgische Hoflautenist persönlich gewesen ist.
Die von ihm notierten Stücke geben uns einen faszinierenden Einblick in die Wiener Lautenkunst zu Beginn der Regierungszeit von Joseph I. Zum einen in der Tradition der französischen Lautenmeister stehend, zollt Bohr mit Charles Mouton und François Dufault zu Beginn seines Préludes und seiner Allemande in a-Moll gleich zweien von ihnen mit einem wörtlichen Zitat seinen Respekt.
Zum anderen weisen die Aire und das dazugehörige Double schon deutlich in die Zukunft, in Richtung des cantablen Lautenstils, der in den folgenden Jahrzehnten immer weiter um sich greifen und an Beliebtheit gewinnen sollte. Auch dem Menuett in a-Moll kann man das Singende deutlich anhören, doch ein französischer Akzent klingt stets mit und verleiht der Musik so ihren unverwechselbaren Charakter.
Tobias Tietze | 11-chörige Laute
Tobias Tietze ist Lautenist und spezialisiert auf die Musik des 17. Jahrhunderts.
Er schloss zunächst sein Gitarrenstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Prof. Olaf von Gonnissen und Heiko Ossig ab, bevor er 2021 sein Bachelor- und 2024 sein Master-Studium der historischen Zupfinstrumente an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Joachim Held beendete. Von 2022 bis 2024 war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.
Er ist Mitglied der Ensembles „I Zefirelli“ und „La Protezione della Musica“ und musikalisch an diversen Opernhäusern aktiv, zuletzt an der Staatsoper Hamburg und dem Staatstheater Stuttgart. Mit "I Zefirelli" konzertierte er bei internationalen Festivals, wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik oder dem York Early Music Festival. Außerdem ist er regelmäßig zu Gast bei renommierten Ensembles wie Weser-Renaissance Bremen, Vox Luminis oder dem Bach Orchester Mainz.
Sein Fokus im Repertoire für die Laute liegt auf der französischen Tradition des 17. Jahrhunderts und ihrer Fortsetzung im deutschsprachigen Raum. Um seine künstlerische Herangehensweise auf historische Quellen zu stützen, forscht er intensiv und veröffentlichte seit 2020 mehrere wissenschaftlichen Artikel über eben jenes Feld.
Im April 2024 gewann er den zweiten Preis bei der tOFEM Solo Lute Competition in Norfolk, England.
Nach Mitwirkung bei mehreren CD-Aufnahmen mit Kammermusik oder großbesetzten Werken nahm er im November 2021 seine erste Solo-CD mit Weltersteinspielungen der Lautenmusik von Valentin Strobel auf, welche im April 2022 veröffentlicht wurde.
Duo GlossArte
Juan González Martínez –
historische Posaunen, Erzählkunst und Kunstpfeifen
Lea Suter – Orgel, Cembalo, Erzählkunst
Preisträger H.I.F. Biber Preis für die höchste Punktewertung
Juan González Martínez gilt als einer der vielseitigsten Posaunisten der Nachwuchsgeneration im Bereich der historischen Aufführungspraxis.
Seine Musikalität und sein spielerisches Können stehen für eine Klangfarbpalette, die ihm eine atemberaubende Ausdrucksfähigkeit genauso im virtuosen, wie im cantablen Spiel ermöglicht.
Posaune studierte der Spanier in seiner Heimatstadt Murcia, wobei seine Faszination für einen hochsensiblen vielschichtigen Klang zu einem Master- im Fach Barockposaune und einem Konzertexamen-Studium in historischer Posaune bei Wim Becu in Bremen und in Den Haag führte.
Sein unermüdliches Enthusiasmus für neues Posaunenrepertoire führte 2021 zu seiner ersten CD-Aufnahme mit Ersteinspielungen der Romantik beim Label Dabringhaus & Grimm zusammen mit dem Duo GlossArte und dem Franz-Kuhn-Posaunenquartett, aus dessen Anlass er 2022 er als Solist im Bremer Konzertsaal Die Glocke und der Historischen Stadthalle in Wuppertal debütierte. Im selben Jahr veröffentlichte er mit dem Ensemble Concierto Ibérico die CD “Españoletas“ – eine künstlerische Reflexion über die spanische Einflüsse im Europa des 16. Jahrhunderts. Seine neuen Ansätze in der historischen Aufführungspraxis als Solist pflegt er regelmäßig mit Klangkörpern wie dem Elbipolis Barockorchester Hamburg unter Beachtung der Originalquellen.
Als International gefragter Posaunist tritt Juan González Martínez mit namhaften Orchestern und Ensembles der Alten-Musik-Szene auf, mit denen er zahlreiche live- sowie CD-Aufnahmen veröffentlichte.
Lea Suter, Cembalistin & Organistin
Die in der Schweiz geborene Cembalistin, Organistin, und Orgelbauerin Suter begeisterte sich bereits in früher Kindheit für die Musik von Bach, insbesondere die für Tasteninstrumente. So baute sie mit 16 Jahren ihr erstes Clavichord und ließ sich später zur Orgelbauerin ausbilden. Im Rahmen dieser Ausbildung arbeitete sie in Siebenbürgen an der Restaurierung von Orgeln des 17. und 18. Jahrhunderts mit, was sie so sehr inspirierte, dass sie anschließend noch ein Studium der Kirchenmusik sowie ein Masterstudium Orgel, Cembalo und Clavichord absolvierte. Für die Spielzeit 22/23 erhielt sie das Stipendium #MusikerZukunft der Deutschen Orchester-Stiftung für ihre Auseinandersetzung mit dem Clavichord.
Seither konzertiert sie international als Solistin an Orgel Cembalo und Clavichord und tritt regelmäßig mit Cembalokonzerten. Daneben wirkt sie seit Jahren als Tutorin der internationalen Orgel- und Clavichord-Akademie in Smarano (Italien), vermittelte ihre Begeisterung für historische Tasten aber auch als Lehrbeauftragte am Königlichen Conservatorium Den Haag oder bei „klingenden Führungen“ durch die Instrumentensammlung des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. Außerdem gilt sie, nachdem sie sich in ihrer Bachelorarbeit auf wissenschaftlicher Ebene mit der praktischen Anwendung historischer Stimmungen auseinandergesetzt hat, auch international als Spezialistin in diesem Bereich. Ihr Solodebut Album veröffentlichte sie 2025 an einem Clavichord nachgebaut nach Jacon Adlung von Joris Potvlieghe beim Label Dabringhaus & Grimm.
Zuletzt experimentierte sie deshalb beispielsweise monatelang mit dem Duo GlossArte, bestehend aus einer historischen Posaune aus der Zeit um 1920 und der historischen Sauer-Orgel um 1928 im Saal der Glocke, dem Bremer Konzerthaus aus derselben Epoche. Daraus entstand auch eine Aufnahme, die im Januar 2022 ebenfalls beim Label Dabringhaus und Grimm veröffentlicht wurde. 2021 erschien auf ihre Initiative beim selben Label ein erstes Klangdokument dieser Sauer-Orgel mit weiteren Organisten.
Ensemble Misenos
Annemarie Pfahler, Sopran | Sophia Kälber, Barocktrompete
Tommaso Toni, Barockvioline | Joaquín Bórquez, Barockvioline und -viola
Benedikt Wagner, Barockvioloncello | Leo Klimpke, Cembalo
Preisträger Romanus Weichlein Preis für die Förderung österreichischer Barockmusik
Das Ensemble Misenos ist ein junges und aufstrebendes Barockensemble aus Frankfurt am Main, das sich auf die Musik des 17. und 18. Jahrhundert spezialisiert hat. Der Name des Ensembles ist tief in der antiken Mythologie verwurzelt: Misenos, der treue Gefährte des trojanischen Helden Aeneas, wird in Vergils Aeneis als meisterhafter Trompeter beschrieben, welcher sogar die Götter zum musikalischen Wettstreit herausfordert.
Das international besetzte Ensemble widmet sich sowohl bekannten Werken großer Barockkomponisten wie Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel oder Heinrich Ignaz Franz Biber als auch weniger bekannten Schätzen der Barockmusik. Die besondere Besetzung des Ensembles – Gesang, Barocktrompete, hohe Streicher und Basso continuo – ermöglicht es die Musik des Barock in all ihrer Vielseitigkeit und Pracht erlebbar zu machen. Dabei umfasst das Repertoire Arien aus Oratorium & Oper, weltliche und geistliche Kantaten als auch kammermusikalische Originalwerke. Mit Kreativität und dramaturgischem Feingefühl gestaltet das Ensemble Misenos abwechslungsreiche Konzertprogramme - inspiriert von der Antike und darüber hinaus – und entführt das Publikum in seinen Konzerten mit größter Spielfreude in die faszinierenden Klangwelten des Barocks.